Waldspaziergang im Weihenzeller Eichenwald
Führung zu ökologisch wertvollen Huteeichen

Förster erläutert den ökologischen Nutzen alter Huteeichen

Förster erläutert den ökologischen Nutzen alter Huteeichen

Am Tag der Deutschen Einheit hat das AELF Ansbach zu einem Waldspaziergang im Weihenzeller Eichenwald eingeladen. Unter dem Motto "Hutewald - Mittelwald - Hochwald: Der Weihenzeller Eichenwald im Wandel der Zeit" führten der zuständige Revierleiter Manuel Ludewig und sein Kollege Elmar Pfau von der Fachstelle Waldnaturschutz durch den Wald.
Die Förster berichteten von der Geschichte des Waldes, der früher als Hutewald dem Vieh zur Weide diente. Diese Nutzung führte schon damals zu einem Gefüge von alten Bäumen und lichten Bereichen, in dem seltene Tierarten eine Heimstatt fanden.

Heimat von Halsbandschnäpper, Spechten und Hirschkäfern

Besucher im Eichenwald bei WeihenzellZoombild vorhanden

Förster führeren interessierte Besucher durch weihenzeller Eichenwald

Während des Spaziergangs konnten die Besucher die Wohnstätten von Halsbandschnäpper, Spechten und Hirschkäfern erleben und Einzelheiten über ihre Lebensgewohnheiten erfahren. Es sind vor allem die alten Eichen, die mit ihrer Rindenstruktur, ihrem Kronentotholz und ihrer lichten Krone besondere Lebensräume schaffen. Lebensstätten von Käuzen und Fledermäusen wurden gefunden, aber auch ein Hornissennest und die Raupen des Schwammspinners sind den Wanderern begegnet.
Der Weg führte durch Flächen, die inzwischen mittelwaldartig bewirtschaftet werden. Damit diese eigentümlichen Lebensräume erhalten werden, ist es nötig, den Kronen der alten Eichen immer wieder Freiraum zu geben, so dass ihre Lebenskraft erhalten bleibt. Deshalb bewirtschaftet die Gemeinde den Wald heute in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung als Mittelwald.

Huteeichen, Hutewald und Mittelwald

Waldbegang in Weihenzeller EichenwaldZoombild vorhanden

Besucher im herbstlichen Hutewald bei Weihenzell

Diese Form der Bewirtschaftung lässt Sonnenlicht auf den Waldboden und führt zu einer vielfältigen Artenzusammensetzung der Bodenpflanzen. Seltenere Baumarten, die es im dunklen Buchenwald schwer haben, können sich hier einstellen. Um die Mittelwaldwirtschaft zu ermöglichen unterstützt die Untere Naturschutzbehörde das Vorhaben im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms.

Der Spaziergang fand großes Interesse: 50 Teilnehmer haben sich auf den Weg gemacht und wurden mit der herbstlichen Farbenpracht im Eichenwald belohnt.