Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 15. Oktober 2021

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.

Grundsätzlicher Hinweis zur Düngeverordnung

Aktuelle Düngeverordnung

Beachten Sie die Vorgaben der Düngeverordnung und der Ausführungsverordnung (Rote und Gelbe Gebiete). Die detaillierten Hinweise und aktuellen Vorgaben und die derzeit gültigen Sperrfristen finden Sie im nachfolgenden Link.

Düngung und gesetzliche Grundlagen

Allgemeine Hinweise

Allgemeine Anmerkungen zur Ungras- und Unkrautbekämpfung
Pflanzenbauliche Maßnahmen (Stichpunkte: Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Saatzeit) müssen die chemische Bekämpfung unterstützen und ergänzen, da diese immer häufiger an ihre Grenzen kommt. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass eine moderate Verlagerung des Saattermins in den Oktober hinein, was v.a. bei Weizen kein Problem sein sollte, den Fuchsschwanzdruck schon deutlich senken kann. Auf Problemstandorten mit hohem Besatz kann es auch sinnvoll sein, die Saatbettbereitung ca. 2-3 Wochen vorzuziehen (sog. falsches Saatbett), um den Fuchsschwanz zum Keimen anzuregen und ihn dann mit der eigentlichen Saat mechanisch wieder zu bekämpfen. Allerdings wird durch eine erneute mechanische Bearbeitung zur Saat wieder Fuchsschwanzsamen zum Auflaufen angeregt. Besser wäre bei starkem Besatz eine Glyphosat-Behandlung vor der Saat und eine Getreidesaat ohne weitere Bodenbearbeitung, die aber durch die neue Pflanzenschutz-Anwendungs-VO stark eingeschränkt wurde (siehe unten). Wenn es allerdings nach Anlegen des Scheinsaatbetts zu trocken bleibt, wird wenig Samen keimen und der Erfolg gering sein. Wird es dagegen sehr feucht, dauert das Abtrocknen der Fläche etwas länger. Hat der Fuchsschwanz zur vergangenen Ernte viele Samen hinterlassen, ist wo möglich vor Wintergetreide eine Pflugfurche anzuraten, um den Auflauf zu reduzieren. Allerdings wird das Problem dann auf die Folgejahre verlagert. Der Wechsel auf eine Sommerkultur (z.B. Mais) wäre auf solchen Flächen noch besser.
Auf Flächen, die mit Ungräsern keine Probleme haben, können auch mit dem Striegeln Erfahrungen gesammelt werden. Sofern die Witterung mitspielt, kann das sogenannte Blindstriegeln ca. 1 Woche nach der Saat die Unkrautkonkurrenz im frühesten Stadium noch vor dem Auflaufen der Kultur deutlich reduzieren. Anschließend müssen die Kulturpflanzen das Drei- bis Vier-Blattstadium erreicht haben und sollten durch die Schüttwirkung des Hackstriegels nicht selbst vollständig zugedeckt werden, um nicht geschädigt zu werden.
Erste Herbizideinsätze in Wintergetreide planen
Vor allem auf Ackerfuchsschwanzstandorten haben sich zeitige Einsätze der bekannten Bodenherbizide im Vorauflauf bzw. sehr frühen Nachauflauf bewährt. Bodenherbizide gegen Ackerfuchsschwanz sollten vor dessen Auflaufen zum Einsatz kommen. Bodenfeuchte und eine feinkrümelige Bodenstruktur sind für eine brauchbare Wirkung Voraussetzung. Das Saatbett sollte dabei aber nicht zu grobschollig sein, Walzen direkt nach der Saat war/ist hier auf nicht verschlämmungsgefährdeten Böden ratsam.
Die ersten Behandlungen sind vor allem in Wintergerste schon erfolgt. Verzögert sich hier der Einsatz der Bodenherbizide und ist der Fuchsschwanz bereits deutlich aufgelaufen, sollte bis zu dessen 2- bis 3-Blattstadium gewartet werden und dann 0,9 l/ha Axial zugemischt werden. Ist der Fuchsschwanz noch nicht da bzw. erst am Spitzen sollten die Bodenherbizide rasch, möglichst auf feuchten Boden behandelt werden. Die Auflagen sind zu beachten, auch sollte bei der Anwendung möglichst kein bzw. nur geringer Wind herrschen.
Beispielhafte Lösungen finden Sie im Link zur LfL.

Hinweise der LfL zur Herbizidbehandlung in Wintergetreide Externer Link

Ausfallgerste beseitigen - Infektionen vorbeugen - Witterung bremst Läuseflug
Nachdem die ersten neu gesäten Wintergersten in der Flur auflaufen, sollte vorhandene Ausfallgerste auf der Stoppel bzw. im Winterraps beseitigt werden. Von Ausfallgerste geht die Gefahr aus, dass sich die neue Saat mit Verzwergungsviren und den typischen Blattkrankheiten (Netzflecken, Mehltau, Zwergrost u.a.) massiv infizieren kann.
Beim Virusmonitoring spielt das Weizenverzwergungsvirus im Landkreis Ansbach (und auch bayernweit) keine nennenswerte Rolle. Dagegen zeigten in unserem Gebiet 23% der untersuchten Pflanzen Befall mit dem Gerstengelbverzwergungsvirus, das von Blattläusen übertragen wird. Eine Kontrolle der neuen Wintergerste auf Blattläuse ist daher ab dem 2- bis 3-Blattstadium zu empfehlen. Für Blattläuse als Virusvektoren gelten folgende Bekämpfungsschwellen:
Bei Frühsaat (= Auflauf bis ca. 25. September): Blattlausbefall an 10 % der Pflanzen, bei Normalsaat: Blattlausbefall an 20 % der Pflanzen.
Besonders gefährdet sind Schläge auf warmen, geschützten Lagen, die als erste in Flur auflaufen und nach dem Auflaufen in Nachbarschaft zu noch vorhandener Ausfallgerste oder Mais stehen. Sind hier diese Schwellen überschritten und ist weiterhin milde Herbstwitterung ohne Fröste vorhergesagt, wird der Einsatz eines Insektizids mit der Indikation „Blattläuse als Virusvektoren“ empfohlen (z.B. Karate Zeon, Kaiso Sorbie, Lamdex forte, Hunter WG, Sumicidin alpha EC, Mavrik Vita/Evure, Teppeki/Afinto). Beachten Sie dabei stets alle Abstandsauflagen, sowie insbesondere die Bestimmungen zum Bienenschutz. Bei der momentan eher kühlen Witterung mit zeitweisen Regenschauern ist der Läuseflug und damit die Gefahr einer Virusübertragung eher gering.
Wichtige rechtliche Änderungen bei Glyphosat und Gewässerabständen
Der Einsatz Glyphosat-haltiger Mittel ist in Naturschutzgebieten, Nationalparken, gesetzlich geschützten Biotopen u.a., Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten und zur Spätanwendung vor der Ernte seit 08.09.2021 grundsätzlich verboten.
Außerhalb der genannten Schutzgebiete dürfen Glyphosat-haltige Mittel auf Ackerland nur noch in einem der folgenden Fälle eingesetzt werden:
- bei Mulch- und Direktsaaten
- gegen Wurzelunkräuter wie Quecke, Ampfer, Winde, Landwasserknöterich und Ackerkratzdisteln auf den betroffenen Teilflächen sowie
- auf Schlägen, die nach CC in eine Erosionsgefährdungsklasse eingestuft sind
Eine Anwendung ist grundsätzlich nur zulässig, wenn im Einzelfall vorbeugende Maßnahmen (geeignete Fruchtfolge, geeigneter Aussaatzeitpunkt, mechanische Maßnahmen, Pflugfurche) nicht durchgeführt werden können und andere technische Maßnahmen nicht geeignet oder nicht zumutbar sind.
Außerdem dürfen alle Pflanzenschutzmittel entlang von Gewässern, ausgenommen kleine Gewässer mit wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung, innerhalb eines Abstandes von 10 Metern zum Gewässer nicht mehr eingesetzt werden. Der Abstand verringert sich auf 5 Meter, wenn auf dem 5-Meterstreifen eine ganzjährig geschlossen begrünte Pflanzendecke vorhanden ist. In der Regel ist dies über den 5-Meter-Randstreifen nach Volksbegehren bereits erfüllt.
Weitere ausführliche Hinweise der LfL Freising erfolgen zeitnah. Den Verordnungstext finden Sie nachfolgend.

Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung; PflSchAnwV) Externer Link

Außergewöhnlicher Befall mit dem Schneeschimmelerreger
Weizenkrankheiten: Neben der Hauptkrankheit Septoria tritici trat in diesem Jahr verstärkt Microdochium nivale (als Erreger des Schneeschimmels bekannt) auf Blättern und der Ähre auf. Verwechslungen sind möglich, allerdings sind die Blattflecken von M. nivale deutlich größer als von Septoria tritici, sind mehr wässrig und haben innen keine schwarzen Punkte. Sie sind durch Fungizide nur schlecht zu erfassen, deshalb können auch „gute“ bzw. intensivere Behandlungen unbefriedigend ausschauen. Ährensymptome sind von denen des klassischen Fusarium-Erregers nicht zu unterscheiden. Da M. nivale kein Toxinbildner ist, sind in diesem Falle Untersuchungen des Ernteguts auf DON/ZEA dringend anzuraten.
Im Falle eines Nachbaus ist auf eine wirksame Beizung zu achten.
Aufbrauchfristen beachten

Mittlerweile wurde auch für Mittel mit dem Wirkstoff Cyproconazol (z.B. Mercury Pro, Minister, Sphere u.a.) die Zulassung widerrufen, diese Mittel können noch in der Saison 2022 aufgebraucht werden. Kontrollieren Sie daher ihr Lager auf Restbestände.

Mittel zur Spritzanwendung mit dem Wirkstoff Prochloraz (Ampera, Eleando, Kantik, Mirage 45 EC) dürfen aufgrund einer Absenkung der Rückstandshöchstmenge in Gerste nicht mehr eingesetzt werden, die übrigen Zulassungen in weiteren Kulturen bleiben dagegen bestehen. Weiteres ist der BVL-Fachmeldung zu entnehmen.

Erdflöhe in der Gelbschale
Erdflöhe und Kohltriebrüssler nur nach Schadschwellen bekämpfen - Gelbschalen kontrollieren
Ziel muss sein, möglichst mit einer Behandlung auszukommen, um die Wirksamkeit der Mittel zu erhalten.
Die Schwelle mit mindestens 10% zerstörter Blattfläche trat nur höchstselten auf. Jetzt ist die Schwelle in der Gelbschale relevant. Seit Auflauf sollten deshalb auch Gelbschalen in den Beständen stehen, um den Zuflug der Herbstschädlinge zu überwachen und Ihre Situation vor Ort richtig einschätzen zu können, der Befall entwicklet sich erfahrungsgemäß unterschiedlich. Da der Erdfloh aus den letztjährigen Rapsschlägen einwandert, sind direkt angrenzende Saaten am stärksten gefährdet. Erst wenn bis Ende September mehr als 50 Käfer in dünnen Beständen bzw. mehr als 100 Käfer in guten Beständen innerhalb von drei Wochen gefangen werden, ist eine Behandlung anzuraten. Aber auch hier haben Sie noch einige Tage Zeit, da der Erdfloh nicht sofort mit der Eiablage beginnt und auch noch später als Larve gut erfasst werden kann. Häufig haben die Mittel dann unter kühleren Anwendungsbedingungen auch eine längere und bessere Wirkung. Zugelassen zur Bekämpfung sind viele Mittel aus der Klasse der Pyrethroide wie z.B. Hunter, Karate Zeon, Lamdex forte, Nexide, Karis 10 CS (Drainauflage), Decis forte (Drainauflage), Sumicidin alpha EC u.a. Beachten Sie den Bienenschutz.
Regional tritt in letzter Zeit auch der Schwarze Kohltriebrüssler stärker in Erscheinung. Dieser verursacht ähnliche Schäden wie der Erdfloh: die Larven schädigen durch ihre Fraßtätigkeit über Winter den Vegetationskegel, so dass oft statt des Haupttriebes nur kleinere Seitentriebe ausgebildet werden oder die Pflanzen ganz ausfallen. Der Hauptzuflug erfolgt in diesem Jahr bereits seit Ende September und kann sich noch bis weit in den Oktober hinein hinziehen. Lassen Sie Ihre Gelbschale deshalb auch in diesem Herbst länger draußen stehen. Da eine überprüfte Schadschwelle nicht bekannt ist, wird zunächst die Schwelle von 10 Käfern in 3 Wochen in der Gelbschale als vorläufige Orientierung genommen. Insektizidanwendungen nach diesem Termin hatten eine gute Wirkung, parallel dazu auch noch gegen den Erdfloh! Speziell gegen den Schwarzen Kohltriebrüssler können z.B. Karate Zeon, Lamdex forte, Sumicidin alpha EC mit ihrer Zulassung gegen Beißende Insekten eingesetzt werden.
In noch unbehandelten Beständen mit deutlichem Mischzuflug an beiden Schädlingen, ist aus der Erfahrung der Vorjahre eine Behandlung meist anzuraten, auch wenn beide Schädlinge nur für sich genommen nicht ganz die Behandlungsschwelle erreichen. Beachten Sie den Bienenschutz.

Warndienst Erdfloh in Winterraps

Bis zum 4-Blattstadium auf Schnecken achten
In den meisten Fällen ist der Raps den Schnecken entwachsen, so dass diese keine Gefahr mehr darstellen. Lediglich in spät aufgelaufen Flächen oder Teilbereichen sollten noch Kontrollen erfolgen. Metaldehyd-haltige Mittel stehen zahlreich zur Verfügung. Achten Sie v.a. bei unbeständiger Witterung auf eine gute Regenstabilität der Produkte und bei notwendigen Nachbehandlungen auf die zugelassene Anwendungshäufigkeit. Bei Produkten mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phoshat (z.B. Sluxx, Ironmax Pro u.a.), ist zu beachten, dass wirkstoffbedingt kein Ausschleimen der Schnecken eintritt und daher die toten Schnecken nicht so offensichtlich zu erkennen sind.
Winterraps präsentiert sich sehr unterschiedlich
Je nach Saattermin und gefallenen Niederschlägen finden sich Rapsbestände vom 3-Blatt-Stadium bis hin zu solchen, die schon das 6-Blattstadium überschritten haben. In klutigen oder verschlämmten Bereichen der Felder ist zudem der Auflauf nicht überall vollständig und bleibt lückig. Auch die Wüchsigkeit insgesamt schwankt deutlich je nach Situation vor Ort. So war in weit entwickelten, wüchsigen Beständen schon der Einsatz eines wachstumsregulatorischen Fungizids in den vergangenen Wochen sinnvoll, während auf anderen Feldern dieser erst noch ansteht. Zum späteren Termin genügen in nicht zum Überwachsen neigenden Flächen reduzierte Aufwandmengen zur Förderung der Winterfestigkeit.
Achten Sie im Herbst bereits auf eine ausreichende Bor-Versorgung. Der Zusatz von 200 g/ha Bor ist bei den späteren Pflanzenschutzanwendungen meist sinnvoll (Gebrauchsanleitung beachten).
Hinweise zum Herbizideinsatz in Raps
Falls die Masse des Ausfallgetreides sich im 2-3-Blattstadium befindet, sollte eine Behandlung mit einem der bekannten Gräsermittel erfolgen. Einsätzen gegen Unkräuter sollten bald abgeschlossen werden.

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Hinweise zum Mais

Falter des Maiszünslers
Maiszünslerbefall bei der Ernte abschätzen
Zum Zeitpunkt der Behandlung des Maises mit Trichogramma oder Insektizid werden wir jedes Jahr gefragt, ob dies notwendig sei. Auf die Frage, wie denn der Befall im Vorjahr war, kann dann aber kaum jemand eine Antwort geben. Die Kenntnis des Befalls in der Flur ist aber zur Beurteilung im Folgejahr zusammen mit der Witterung notwendig. Sie sollten also kurz vor oder bei der Ernte den Befall in den Beständen einschätzen. Untrügliche Zeichen hierfür sind Bohrmehl in den Blattachseln bzw. Fraßlöcher in Stängel und Kolben. Gerade der Kolben wird gerne vom Zünsler aufgesucht, deshalb auch hier mal die Lieschblätter entfernen und nachschauen. Abgeknickte Stängel allein können auch andere Ursachen haben, also genau nachschauen und so einen Stängel auch mal aufschneiden, ob sich die Fraßspuren bzw. Raupen des Zünslers darin finden lassen. Relativ einfach können nach der Ernte die Stoppeln an mehreren Stellen durch Aufschneiden auf Befall kontrolliert werden.
Die wirksamste Bekämpfung des Zünslers geschieht ackerbaulich durch ein möglichst intensives Mulchen/Schlegeln/Quetschen der Stängel. Die Bearbeitungsqualität ist bei trockenen Verhältnissen besser als bei feuchten. Ziel muss sein, dass auf der Bodenoberfläche keine intakten Stängelreste verbleiben, in denen sich der Zünsler verpuppen kann. Wenn möglich, sollte daher anschließend untergepflügt oder tief eingemischt werden.
Verbleibt intaktes Stoppelmaterial an der Oberfläche, ist eine Behandlung im nächsten Jahr sinnvoll, wenn im Herbst zur Ernte jede dritte bis zweite Pflanze befallen war.
Hinweise zum Einsatz der Trichogramma bei Förderung nach AUM

Die nach AUM erforderliche Aufwandmenge umfasst 200.000-220.000 Nützlinge pro ha. Diese Zahl kann entweder durch 50 Trichogramma-Rähmchen/ha oder 100 Kugeln/Kapseln pro ha erreicht werden, wenn diese entsprechend hoch beladen sind. Zu beachten ist aber, dass die Hersteller unterschiedliche Aufwandmengen und Belegungen mit Nützlingen anbieten, um auf diese Zahlen zu kommen. Wir empfehlen aus langjähriger Erfahrung bei moderatem Befall eine zweimalige Ausbringung mit jeweils mindestens 110.000 Nützlingen pro ha und Ausbringung, in Regionen mit höherem Befall sollten mindestens 330.000 Nützlinge/ha (220.000 zur ersten und mindestens 110.000 zur zweiten Ausbringung) ausgebracht werden. So bietet beispielsweise der Maschinenring Ansbach diese zweimalige Ausbringung mit insgesamt 330.000 Nützlingen pro Hektar an. Auch bei der einmaligen Befliegung besteht die Wahlmöglichkeit zwischen 220.000 Nützlingen pro Hektar (100 Kugeln/ha) und 400.000 Nützlingen pro Hektar (125 Forte-Kugeln/ha). Außerdem werden neben den Kugeln auch Kärtchen für die Handausbringung angeboten, bei denen die höheren Ausbringmengen an Nützlingen realisiert werden. Eine rechtzeitige Vorbestellung bei den Anbietern (Maschinenring, Landhandel, Dienstleister) ist notwendig. Erkundigen Sie sich dort über das Angebot und die Preise. Bis zum 15.11. muss dann jährlich eine Kopie der Rechnungsbelege für die Trichogramma am AELF eingereicht werden, um zu belegen, dass alle Maisflächen mit der Mindestmenge behandelt wurden.
Die Wirkungsgrade der Trichogramma schwanken in unseren Versuchen meist zwischen 50 und 80%. Diese schwankenden Wirkungsgrade dürfen auf keinen Fall dazu verleiten, bei der Bearbeitung der Maisstoppeln und der nachfolgenden Bodenbearbeitung zu sparen. Die Trichogramma-Ausbringung ist nur als Ergänzung zu einer guten mechanischen Bekämpfung zu sehen und nicht als deren Ersatz. Verbleiben in der Flur zu viele befallene Maisstoppeln an der Bodenoberfläche, sind die Trichogramma überfordert und das Verfahren ist zum Scheitern verurteilt.

Neue Anwendungsbestimmungen für Terbuthylazin-haltige Pflanzenschutzmittel

Für alle derzeit zugelassenen Terbuthylazin-haltigen Pflanzenschutzmittel wird bis spätestens 14. Dezember 2021 die Anwendungsbestimmung NG362 zur Eingrenzung der maximalen Aufwandmenge von Terbuthylazin in einem Dreijahreszeitraum auf Mittelebene erteilt werden. Die Anwendungsbestimmung NG362 hat folgenden Wortlaut:
"Mit diesem und anderen Terbuthylazin-haltigen Pflanzenschutzmitteln darf innerhalb eines Dreijahreszeitraumes auf derselben Fläche nur eine Behandlung mit maximal 850 g Terbuthylazin pro Hektar durchgeführt werden."
Dies wird in engen Maisfruchtfolgen zu deutlichen Einschränkungen führen, die Herbizidstrategie ist an diese neue Vorgabe anzupassen. Es ist zu beachten, dass dabei auch zurückliegende Zeiträume zu berücksichtigen sind. Der Dreijahreszeitraum beginnt somit nicht erst mit dem Wirksamwerden der neu erteilten Anwendungsbestimmung. Der Anwender muss prüfen, ob in vorherigen Jahren bereits ein Mittel mit dem Wirkstoff Terbuthylazin angewendet wurde. Falls dies der Fall ist, ist die Anwendung im aktuellen Jahr unzulässig.
Wer maximal nur alle drei Jahre Mais auf derselben Fläche baut, hat durch diese Auflage keine Einschränkungen.
Den genauen Wortlaut der BVL-Fachmeldung hierzu finden Sie nachfolgend.

Warndienst beendet

In unseren Monitoringflächen konnte die Krautfäule mit 7-8 Behandlungen gut kontrolliert werden. Faule Knollen in nassen Bereichen sind in der Regel durch die Erwinia-Erreger verursacht und nicht bekämpfbar. Solche Knollen sollten möglichst nicht in größerer Zahl ins Lager gelangen. Weitere Hinweise bei der LfL.
Warndienst Blattläuse

Die aktuellen Zahlen finden Sie nachfolgend.

Blattlauszuflug in Kartoffelbeständen mittels Gelbschalen

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigungen für Mancozeb als Wirkstoff in vielen Kartoffelfungiziden nicht zu erneuern. Die Mittel müssen in dieser Saison 2021 aufgebraucht werden.
Biscaya darf dagegen nicht mehr eingesetzt werden, da die Aufbrauchfrist abgelaufen ist.

Warndienst Blattkrankheiten

Der Warndienst ist beendet, die Ernte in vollem Gang.
Auch in unserer Region war deutlicher, teils massiver Befall mit Cercospara festzustellen.

Warndienst Blattkrankheiten LfL Externer Link

Warndienst Blattläuse

SBR-Symptome im RübenkörperZoombild vorhanden

SBR-Symptome im Rübenkörper

Der Warndienst Blattläuse ist beendet. Der Zuflug war in diesem Jahr insgesamt verhalten und somit spielten auch die Vergilbungsviren nur eine untergeordnete Rolle.
Die durch eine bestimmte Zikadenart übertragene Krankheit SBR ist erstmals 2019 im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg schon sichtbar angekommen. Weder die Zikaden noch die Krankheit selbst können derzeit bekämpft werden. In 2020 waren im westlichen Dienstgebiet bereits zahlreiche Flächen befallen. Auch 2021 konnten im westlichen Bereich in nahezu allen untersuchten Proben SBR nachgewiesen werden. Ob sich das schon in niedrigeren Zuckergehalten auswirken wird, muss abgewartet werden.

Virusbefall an Zuckerrüben – Ergebnisse aus dem bayernweiten Monitoring 2020 Externer Link

Schläge mit Cruiser-gebeiztem Saatgut weiter kontrollieren und Auflagen beachten

Das BVL hat für den Bereich der Zuckerfabrik Ochsenfurt eine Notfallzulassung für Cruiser 600 FS als Beize gegen Blattläuse erteilt. Alles weitere finden Sie in den unten aufgeführten Links und im Rohstoffportal der Zuckerfabrik.
Beachten Sie:
Landwirte, die zur Zuckerrübenaussaat mit Cruiser 600 FS gebeiztes Saatgut verwendet haben, haben sich verpflichtet bestmöglich dafür Sorge zu tragen, dass keinerlei Beikraut und andere Pflanzen auf dem betroffenen Acker bis 31.12.2022 zur Blüte gelangen! Dies gilt im Weiteren für nachgebaute Zwischenfrüchte und in Nachfolgekulturen (auch nachfolgende Brach- und Blühflächen). Die Einhaltung wird amtlicherseits durch Kontrollen überprüft.
Beseitigen Sie deshalb unbedingt alle blühenden Pflanzen bzw. deren Blütenstände auf diesen Flächen (z.B. Weißer Gänsefuß, Melden, Knöterich, Mohn, Kohl-/Disteln, Winden, Sonnenblumendurchwuchs usw.). Auch blühende Schosserrüben werden von Insekten angeflogen und sind umso gründlicher zu entfernen! Diese Maßnahme ist Teil der Risikoverminderung, umgesetzt in der Allgemeinverfügung der LfL vom 19.01.2021 zur Notfallzulassung von Thiamethoxam-behandeltem Zuckerrübensaatgut. Es kann ein Bußgeld verhängt werden.

Hinweise zu Leguminosen

Der Warndienst ist beendet. Die Abreife bei Sojabohnen zog sich in die Länge.
Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative

Hinweise des BVL zum Zulassungsstand in Leguminosen

Spätsommer bietet gute Bedingungen zur Ampferbekämpfung

Ampfer
Stumpfblättriger Ampfer lässt sich im Spätsommer am nachhaltigsten bekämpfen. Das Rosettenstadium ist hierfür optimal und sollte nicht überschritten sein. Die empfohlenen Mittel finden Sie im Link zur LfL.
Beachten Sie hierbei, dass nur noch in diesem Jahr die Möglichkeit besteht, eine flächige chemische Unkrautbekämpfung durchzuführen. Ab 1.Januar 2022 ist nach Art. 3 Bayerisches Naturschutzgesetz auf Dauergrünlandflächen der flächenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten. Eine Einzelpflanzenbekämpfung bleibt weiterhin erlaubt.
Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

Wichtige rechtliche Änderungen bei Glyphosat und Gewässerabständen auch auf Grünland

Beachten Sie auch die neuen Vorgaben der Pflanzenschutzmittel-Anwendungs-Verordnung.
Der Einsatz Glyphosat-haltiger Mittel ist in Naturschutzgebieten, Nationalparken, gesetzlich geschützten Biotopen u.a., Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten seit 08.09.2021 grundsätzlich verboten.
Außerhalb der genannten Schutzgebiete dürfen Glyphosat-haltige Mittel auf Grünland flächig nur noch eingesetzt werden 1. zur Erneuerung des Grünlandes bei einer Verunkrautung, bei der auf Grund ihres Ausmaßes ohne die Anwendung die wirtschaftliche Nutzung des Grünlandes oder die Futtergewinnung wegen eines Risikos für die Tiergesundheit nicht möglich ist, oder
2. zur Vorbereitung einer Neueinsaat auf Flächen, die in eine Erosionsgefährdungsklasse nach § 6 Absatz 2 bis 4 der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung zugeordnet sind oder auf denen eine wendende Bodenbearbeitung auf Grund anderer Vorschriften nicht erlaubt ist.
Beachten Sie hierbei, dass ohnehin nur noch in diesem Jahr die Möglichkeit besteht, eine flächige chemische Unkrautbekämpfung durchzuführen. Ab 1.Januar 2022 ist nach Art. 3 Bayerisches Naturschutzgesetz auf Dauergrünlandflächen der flächenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten.
Außerdem ist nun auf Grünland bei allen Pflanzenschutzmitteleinsätzen (auch bei der Einzelpflanzenbehandlung) ein Abstand von 5 Metern zu Gewässern einzuhalten. Ausgenommen sind nur kleine Gewässer mit wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung.
Zudem sind förderrechtliche Einschränkungen zu beachten.

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen, um anerkannt zu werden.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.

Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Die Abstandsauflagen sind unabhängig vom jetzt eventuell vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" einzuhalten. Der Gewässerrandstreifen kann allerdings auf die notwendigen Abstandsflächen je nach Pflanzenschutzmittelauflage angerechnet werden, wenn er die entsprechenden Vorgaben erfüllt.

Pflanzenschutz-Merkblatt Externer Link

Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Eine ausführliche Information finden Sie beispielsweise im Versuchsberichtsheft "Intergrierter Pflanzenbau" und in der nachfolgenden Richtlinie des BVL.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind bis 14.06.2011 der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, der Schadorganismus, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Danach entfällt der Schadorganismus, die übrigen Punkte bleiben.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.

Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Die trockenen Jahre 2019 und 2020 haben regional zu einem starken Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Nur ein nasser Herbst und Winter kann die Population wieder effektiv reduzieren. Ansonsten kann bei beginnendem Befallsaufbau die Belegung der Mäuselöcher mit Giftweizen/Giftlinsen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen) einen wirksamen Beitrag leisten. Dies ist derzeit die einzige, regulär zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass eine breitwürfige Ausbringung von Giftweizen bzw. -linsen verboten ist und zu Schäden bei Vögeln und anderen Tieren führen kann.
Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

BVL konkretisiert Anwendungsbestimmungen für fünf Rodentizidprodukte Externer Link

Notfallzulassung derzeit nur für Köderlegemaschine erteilt!

Derzeit wird in verschiedenen Medien von einer Notfallzulassung bei Ratron Giftweizen berichtet. Zur Klarstellung wird auf folgendes hingewiesen: Mit der Notfallzulassung erfolgt nur eine Modifizierung der bei der Zulassung festgelegten Anwendungstechnik. Hierbei ist zusätzlich zur bisher zugelassenen Ausbringung des Mittels Ratron Giftweizen mit der Legeflinte (NT664) auch eine verdeckte Ausbringung mittels Köderlegemaschine (z.B. WUMAKI) möglich, sofern der mit der Köderlegemaschine gezogene Gang nach oben geschlossen ist. Die Erweiterung gilt für das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftweizen mit dem Wirkstoff Zinkphosphid vom 9. September 2020 bis 6. Januar 2021. Alle übrigen Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Naturhaushalts bleiben unverändert (z.B. Verbot in Naturschutzgebieten, Verbot auf Flächen mit Feldhamstervorkommen, u.a.).

Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftweizen gegen Feld- und Erdmäuse Externer Link