Warndienst Brachfliege
Brachfliege - ein regional bedeutsamer Schädling

Schadbild in der FlächeZoombild vorhanden

Schaden im Frühjahr

Die Brachfliege legt im Juli/August ihre Eier in Zuckerrübenfelder ab. Im kommende Februar schlüpfen daraus die Larven. Da nach Zuckerrüben häufig Weizen nachgebaut wird, befallen die weißlichen Larven die Getreidepflanzen und fressen im Trieb des Weizen unter der Bodenoberfläche.

Der Trieb stirbt in der Regel ab. Hat die Pflanze zu diesem Zeitpunkt nur einen Trieb und ist noch nicht bestockt, fällt die ganze Pflanze aus. Der Bestand wird lückig (siehe Bild). Deshalb ist vor allem spät gesäter Weizen gefährdet, der im Herbst nicht mehr bestockt hat. Vorbeugend bzw. unterstützend kann gewalzt werden, da die Brachfliege lockeren Boden benötigt, um von Pflanze zu Pflanze zu wandern.

Kaum Besatz vorhanden
Die diesjährigen Auswaschungen zeigen in den untersuchten Zuckerrübenschlägen meist keinen bzw. nur einen geringen bis moderaten Besatz mit den Eiern der Brachfliege. Die Schadschwelle beträgt 60 bis 90 Eier/m². Der Wert wurde nur an einem der untersuchten Standorte knapp überschritten. Der sehr trockene Sommer hat hier wohl seine Spuren hinterlassen. Die Gefahr von Schäden durch die Brachfliege dürfte daher im Dienstgebiet in diesem Jahr in den meisten Fällen gering sein.
Trotzdem sollten die vorbeugenden Maßnahmen wie unten beschrieben (angepasst höhere Saatstärke, evtl. Walzen) bei ausgesprochenen Spätsaaten von Weizen nach Vorfrucht Zuckerrübe in den klassischen Befallsgebieten genutzt werden.
Neue Beize nur in professionellen Anlagen zugelassen
Seit 01.07.2019 war eine Beizung gegen Brachfliege nicht mehr möglich, da keine Zulassungen mehr existierten.
Mit Signal 300 ES (Cypermethrin) wurde nun zwar wieder eine insektizide Beize in Winterweizen zur Befallsminderung gegen Brachfliege zugelassen. Das Mittel darf aber nur in professionellen, beim JKI gelisteten Beizanlagen angewandt werden. Die Liste des JKI können Sie nachfolgend herunterladen. Eine klassische Hof-Beizung ist somit nicht möglich. Damit stellt diese Zulassung derzeit in den meisten Fällen keine wirkliche Alternative für unsere Region dar.

Saatgutbehandlungseinrichtungen mit Qualitätssicherungssystemen zur Staubminderung - JKI Externer Link

Mögliche pflanzenbauliche Maßnahmen
Gefährdet sind grundsätzlich nur spät gesäte Weizen nach Vorfrucht Rüben. Vorbeugend sollte daher nach Möglichkeit die Weizenaussaat bis Mitte Oktober erfolgen, damit der Bestand noch im Herbst bestocken kann. Im Frühjahr kann dann bei sichtbarem Befall das zeitige Walzen der Fläche den Befall etwas eindämmen. Wird die Schadschwelle deutlich überschritten (was in unseren untersuchten Flächen nicht der Fall ist), ist bei Spätrodungen und damit nur möglichen Spätsaaten der Verzicht auf den Weizenanbau zu überlegen und an dessen Stelle eine Sommerkultur anzubauen.
Ergebnisse der Bodenauswaschungen
LandkreisOrtBesatz (Eier/m²)
AnsbachGroßharbach0
AnsbachGroßbreitenbronn0
Neustadt/Aisch-Bad WindsheimGollhofen20
Neustadt/Aisch-Bad WindsheimIppesheim0
Neustadt/Aisch-Bad WindsheimSeenheim0
WürzburgSächsenheim110
WürzburgGiebelstadt 115
Würzburg Giebelstadt 20