Düngung und gesetzliche Grundlagen

Traktor mit Güllefass bei bodennaher Gülleausbringung auf Grünland

Die Düngegesetzgebung wurde 2020 umfassend novelliert. Zum 30.11.2022 wurden zudem die roten und gelben Gebiete mit der Ausführungsverordnung Düngeverordnung (AVDüV) neu ausgewiesen. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Verschiebung der Sperrfrist 2022/23 in Mittelfranken

Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau
Mit der erfolgten Verkündung entsprechender Allgemeinverfügungen wird auf Antrag des Bayerischen Bauernverbandes, Bezirksverband Mittelfranken, die Sperrfrist auf Grünland und auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (inklusive Riesenweizengras und Durchwachsene Silphie) wie folgt verschoben:

Stadt Erlangen und Lkrs. Erlangen-Höchstadt, Stadt und Lkrs. Fürth

Flächen außerhalb von Roten Gebieten:
Verschiebung um 2 Wochen
von 15. November 2022 bis Ablauf des 14. Februar 2023

Flächen in Roten Gebieten:
Verschiebung um 2 Wochen
von 15. Oktober 2022 bis Ablauf des 14. Februar 2023

Stadt und Lkrs. Ansbach, Lkrs. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Stadt Nürnberg, Lkrs. Nürnberger Land, Lkrs. Roth, Stadt Schwabach, Lkrs. Weißenburg-Gunzenhausen

Flächen außerhalb von Roten Gebieten:
Verschiebung um 4 Wochen
von 29. November 2022 bis Ablauf des 28. Februar 2023

Flächen in Roten Gebieten:
Verschiebung um 4 Wochen
von 29. Oktober 2022 bis Ablauf des 28. Februar 2023

Weitere Hinweise

Für die zu beachtende Sperrfrist ist die Lage der Fläche und nicht der Betriebssitz maßgeblich.

Das Aufbringverbot während der Sperrfrist gilt für organische und mineralische Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt (> 1,5 % in der TM), ausgenommen Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost, also z. B. für Gülle, Jauche, flüssigen oder festen Gärrest und auch für Mineraldünger.

Es ergeht der deutliche Hinweis, dass im Zeitraum vom 1. September bis zum Beginn der Sperrfrist eine Begrenzung auf max. 80 kg Gesamt-N/ha (in „Roten Gebieten“: max. 60 kg Gesamt-N/ha) über flüssige organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem N oder Ammonium-N gilt. Nach dem letzten Schnitt im Herbst dürfen – unter Beachtung der vorgenannten Grenzen – max. 30 kg Ammonium-N/ha oder 60 kg Gesamt-N/ha über flüssige organische oder organisch-mineralische Düngemittel aufgebracht werden, die dann bei der nächsten Düngeplanung wie eine Frühjahrsgabe angerechnet werden.

Feldfutter, das im Jahr 2022 noch nicht im Mehrfachantrag stand, oder das erstmals im diesjährigen Mehrfachantrag stand, im Jahr 2023 aber nicht mehr im Mehrfachantrag stehen wird, zählt nicht zum mehrjährigen Feldfutterbau. In diesen Fällen ist die Sperrfrist für Ackerland zu beachten. Diese, sowie die Sperrfrist für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost, werden nicht verschoben. Für Düngemittel mit wesentlichem P2O5-Gehalt (> 0,5 % in der TM, z. B. Carbokalk) beginnt die Sperrfrist am 1. Dezember 2022 und endet mit Ablauf des 15. Januar 2023.

Die detaillierten Hinweise und aktuellen Vorgaben finden Sie auf der Internetseite der LfL

Düngung und gesetzliche Grundlagen - LfL Externer Link

Sperrfristprogramm – in welchen Zeiträumen ist Düngen verboten?

Die Sperrfristen gelten für alle Dünger mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff oder Phosphat. Die Excel-Anwendung "Sperrfristprogramm" der LfL zeigt in Abhängigkeit der angebauten Kultur und der Gebietskulisse, ob die Fläche im Sommer/Herbst noch gedüngt werden darf.

Sperrfristprogramm - LfL Externer Link