Düngung und gesetzliche Grundlagen

Traktor mit Güllefass bei bodennaher Gülleausbringung auf Grünland

Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Verschiebung der Sperrfrist 2021/22 in Mittelfranken

Für die Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erlässt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach – Sachgebiet L2.3 P – Landnutzung gemäß § 6 Abs. 10 Satz 1 Düngeverordnung folgende Allgemeinverfügung:

Die Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, wird abweichend von § 6 Abs. 8 Satz 1 Nr. 2 Düngeverordnung auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis zum Ablauf des 15. Mai 2021 wie folgt verschoben:

  • Stadt und Lkrs. Ansbach, Lkrs. Roth,
    Stadt Schwabach, Lkrs. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim,
    Stadt Nürnberg, Stadt Erlangen und Lkrs. Erlangen- Höchstadt
    • Flächen außerhalb von "Roten Gebieten": Verschiebung um zwei Wochen - 15. November 2021 bis Ablauf des 14. Februar 2022
    • Flächen in "Roten Gebieten": Verschiebung um 4 Wochen - 29. Oktober 2021 bis Ablauf des 28. Februar 2022
  • Stadt und Lkrs. Fürth
    • Flächen außerhalb von "Roten Gebieten": Verschiebung um zwei Wochen - 15. November 2021 bis Ablauf des 14. Februar 2022
    • Flächen in "Roten Gebieten": Verschiebung um zwei Wochen - 15. Oktober 2021 bis Ablauf des 14. Februar 2022
  • Lkrs. Weißenburg-Gunzenhausen
    • Flächen außerhalb von "Roten Gebieten": Keine Verschiebung - somit 1. November 2021 bis Ablauf des 31. Januar 2022
    • Flächen in "Roten Gebieten": Verschiebung um 4 Wochen - 29. Oktober 2021 bis Ablauf des 28. Februar 2022
  • Lkrs. Nürnberger Land
    • Flächen außerhalb von "Roten Gebieten": 4 Wochen - 29. November 2021 bis Ablauf des 28. Februar 2022
    • Flächen in "Roten Gebieten": Verschiebung um 4 Wochen - 29. Oktober 2021 bis Ablauf des 28. Februar 2022

Für die zu beachtenden Sperrfrist ist die Lage der Fläche und nicht der Betriebssitz maßgeblich. Es ergeht der deutliche Hinweis, dass im Zeitraum vom 1. September bis zum Beginn der Sperrfrist eine Begrenzung auf max. 80kg Gesamt-N/ha (in "Roten Gebieten": max. 60kg Gesamt-N/ha) über flüssige organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem N oder Ammonium-N gilt.

Nach dem letzten Schnitt im Herbst dürfen - unter Beachtung der vorgenannten Grenzen - max. 30kg Ammonium-N/ha oder 60kg Gesamt-N/ha über flüssige organische oder organisch-mineralische Düngemittel aufgebracht werden, die dann bei der nächsten Düngeplanung wie eine Frühjahrsgabe angerechnet. Im Übrigen bleiben die Bestimmungen der Düngeverordnung unberührt. Dies gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Boden auszubringen.

Die Sperrfristen, die für die Flächen in Wasserschutzgebieten in der jeweils gültigen Fassung der Wasserschutzgebietsverordnung vorgegeben sind, sind weiter zu beachten.

Sperrfristprogramm – in welchen Zeiträumen ist Düngen verboten?

Die Sperrfristen gelten für alle Dünger mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff oder Phosphat. Die Excel-Anwendung "Sperrfristprogramm" der LfL zeigt in Abhängigkeit der angebauten Kultur und der Gebietskulisse, ob die Fläche im Sommer/Herbst noch gedüngt werden darf.

Sperrfristprogramm - LfL Externer Link